Geschichte
Die Manuelle Medizin (Behandlung mit gezielten Handgriffen), zu denen auch die Osteopathie gehört, ist seit etwa 4000 Jahren Bestandteil der Naturmedizin vieler Völker. Bereits der griechische Arzt Hippokrates widmete sich ca. 400 v. Chr. der Untersuchung der Wirbelsäule und wandte manuelle Techniken zur Behandlung von Funktionsstörungen an. Im Mittelalter verlor sich das Wissen um die Manuelle Medizin. Erst in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts erlebte sie ihre "Renaissance".
Dr. Andrew Taylor Still
Der amerikanische Chirurg Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) war von den seinerzeit üblichen medizinischen Möglichkeiten höchst enttäuscht (drei seiner Kinder starben während einer Meningitis-Epidemie). Still widmete sich der Manuellen Therapie und stellte komplexe Zusammenhänge zwischen Funktionsstörungen der Gewebe des Körpers und dem Bewegungsapparat fest und er entdeckte das Potenzial der Manuellen Medizin zur Behandlung solcher Störungen. Dies war die Geburtsstunde der Osteopathie.
Verbreitung der Osteopathie
1892 gründete Still die "American School Of Osteopathy" in Missouri, die erste Lehrstelle der Osteopathie. Hier wurden fortan die von Still entwickelten Behandlungstechniken gelehrt und Osteopathen ausgebildet. Jedoch dauerte es noch über acht Jahrzehnte, bis die Osteopathie 1974 auch Bestandteil des Medizinstudiums in den USA wurde.
Die Osteopathie in Deutschland
Anfang des 20.Jahrhunderts erreichte die Osteopathie Europa (England 1913), aber erst nach dem 2.Weltkrieg gelangte sie nach Deutschland. In den letzten Jahren findet die Osteopathie in Deutschland immer mehr Anklang. Die Ausbildung zum "Diplom-Osteopath D.O. (DAAO)" ist nur unter amerikanischer Leitung und nach mehrjähriger zusätzlicher Weiterbildung ausschließlich für Ärzte möglich. Die Begriff "Osteopath" hingegen ist immer noch keine geschützte Berufsbezeichnung und wird leider von vielen "Heilern" trotz fehlender Qualifikation verwendet.
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